Der Winter naht – und damit eine besonders heikle Zeit für all jene Menschen, die ohne Obdach auf der Straße leben. Nordrhein-Westfalen steht diesen Menschen seit einigen Jahren mit speziellen Kältehilfen zur Seite – daran wird auch in diesem Jahr festgehalten. Das große Ziel bleibt gleichwohl die Überwindung von Obdachlosigkeit und Wohnungslosigkeit bis 2030.
Düsseldorf. Das Land Nordrhein-Westfalen stellt auch im kommenden Winter wieder eine Million Euro Fördermittel für die Kältehilfe für Obdachlose bereit. Das hat das zuständige Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales jetzt mitgeteilt. Die Träger und Initiativen der Wohnungslosenhilfe in NRW können von dem Geld beheizbare Zelte, Isomatten, Winterkleidung, Winterschlafsäcke und haltbare Lebensmittel einkaufen. Die Mittel stehen ab sofort zum Abruf bereit, so dass rechtzeitig zum ersten Frost geholfen werden kann, wo obdachlose bzw. wohnungslose Menschen Hilfe benötigen.
„Menschen ohne Dach über dem Kopf sind niedrigen Temperaturen und Nässe ausgeliefert. Da viele Wohnungslose gesundheitlich angeschlagen sind, kann diese Witterung für sie im schlimmsten Fall lebensbedrohlich werden“, betont NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU). „Genauso wie wir im Sommer Mittel zum Schutz vor der Hitze bereitstellen, unterstützen wir die wichtige Arbeit der Helferinnen und Helfer, die im Winter warme Schlafsäcke, Isomatten, Wolldecken und Winterkleidung verteilen.“ Dabei wird das Budget der Hilfe jetzt schon das dritte Jahr in Folge auf sehr hohem Niveau stabil gehalten.
Hilfe für Obdachlose: Aufmerksame Mitbürger gefragt
Begonnen hatten die Kältehilfen im Winter 2018/2019 mit 100.000 Euro. Das Hilfsprogramm ist längst fester Bestandteil der Landesinitiative „Endlich ein ZUHAUSE!“, mit welcher das Land seit Juni 2019 die Kommunen und freien Träger der Wohnungslosenhilfe dabei unterstützt, sich um wohnungslose bzw. obdachlose Menschen zu kümmern. „Die Kältehilfen sind vor allem für die Menschen gedacht, die ohne Unterkunft auf der Straße leben und die Schlafplätze in den Notunterkünften aus unterschiedlichen Gründen nicht aufsuchen“, erläutert das NRW-Sozialministerium.
Minister Karl-Josef Laumann appelliert in diesem Zusammenhang an das Verantwortungsbewusstsein der Bürgerinnen und Bürger: „Wir alle sollten nicht wegschauen, wenn wir Menschen auf der Straße bemerken, deren Leben durch Kälte und Witterung bedroht ist. Wir sollten sie ansprechen, Hilfe anbieten und im dringenden Fall sofort den Notruf informieren.” Bedingt durch den Klimawandel werden extreme Wetterlagen, die für Obdachlose lebensbedrohlich sein können, sowohl im Sommer als auch im Winter häufiger. Das große Ziel bleibt unterdessen natürlich die Überwindung der Wohnungslosigkeit zum nächsten Jahrzehnt hin – auch Haus & Grund setzt sich dafür ein (wir berichteten).
Dieser redaktionelle Beitrag wurde von Haus & Grund Rheinland Ruhr verfasst.
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