Strom aus Windkraft und Sonnenenergie wird immer wichtiger für die Energieversorgung in Deutschland. Weil dieser Strom jedoch recht volatil zur Verfügung steht, erfordert seine Integration in die Stromnetze ein angepasstes Verbraucherverhalten. Das soll durch intelligente Stromzähler möglich werden, sogenannte Smart Meter. Wie läuft deren Einführung?
Bonn. Von den rund 54,1 Millionen Stromzählern in Deutschland sind seit diesem Sommer knapp 3,2 Millionen sogenannte Smart Meter – also intelligente Stromzähler. Damit haben Smart Meter inzwischen einen Anteil von 5,9 Prozent an den Stromzählern in Deutschland erreicht. Das hat die Bundesnetzagentur gestern (21. September 2026) in ihrer Halbjahresbilanz zum Smart-Meter-Roll-Out mitgeteilt. Gesetzlich verpflichtend ist der Einbau smarter Stromzähler für Stromkunden, die mehr als 6.000 Kilowattstunden im Jahr verbrauchen. Viele Privathaushalte erreichen diese Schwelle nicht.
Allerdings greift die Verpflichtung auch dann, wenn man eine Photovoltaik-Anlage mit einer installierten Leistung von mehr als 7 Kilowatt betreibt. Auch Haushalte mit Wärmepumpe oder Elektroauto dürften die Grenze von 6.000 Kilowattstunden in der Regel knacken. Allerdings ist die Umrüstung auf Smart Meter ohnehin für alle Verbraucher mit sogenannten steuerbaren Verbrauchseinrichtungen gesetzlich vorgeschrieben – darunter fallen Wärmepumpen, Ladestationen bzw. Wallboxen für E-Autos, aber auch Batteriespeicher, die bei Nutzern von PV-Anlagen immer beliebter werden.
Smart-Meter-Einführung: Nicht alle Messstellenbetreiber ziehen mit
Der Gesetzgeber hatte bestimmt, dass bis zum Ende des Jahres 2025 insgesamt 20 Prozent der zum Smart-Meter-Einbau verpflichteten Haushalte auch tatsächlich ein solches Gerät erhalten haben müssen. Die Bundesnetzagentur hat jetzt festgestellt, dass die für den Einbau zuständigen Messstellenbetreiber diese Quote mit 23,3 Prozent sogar ein Stück weit übertroffen haben. Damit liegt der Smart-Meter-Roll-Out aktuell im Zeitplan. Bis 2032 sollen dann schließlich 90 Prozent der Pflichteinbaufälle abgearbeitet sein. Allerdings haben die Messstellenbetreiber die Quote nur gemeinsam im Durchschnitt erreicht.
So hat die Bundesnetzagentur seit März 2026 gegen 434 Unternehmen Aufsichtsverfahren eingeleitet, weil sie die 20-Prozent-Quote nicht fristgerecht erfüllt haben. Dabei hatten 77 Unternehmen noch überhaupt keine Smart Meter an den von ihnen betriebenen Messstellen installiert. „150 Verfahren konnten inzwischen eingestellt werden. Gründe für Einstellungen waren bislang beispielsweise die zwischenzeitliche Erreichung der Quote oder Übertragungen der Grundzuständigkeit“, berichtet die Bundesnetzagentur. Nach dem ersten Halbjahr 2026 liegt die Quote denn auch insgesamt bei 26,1 Prozent.
Smart Meter: bedeutsam für die Energiewende
So läuft die Smart-Meter-Einführung also teils noch holprig, auch wenn sie insgesamt die politisch gesteckten Ziele erreicht. Das Ersetzen der Stromzähler durch Smart Meter gilt als wesentlicher Baustein der Energiewende. Die Geräte ermöglichen es den Verbrauchern, ihren Stromverbrauch besser zu steuern und Strom vor allem dann zu verbrauchen, wenn er in großer Menge und daher preiswert zur Verfügung steht. Das wiederum ist wichtig, da Solarstrom und Windstrom einen immer größeren Beitrag zur Stromerzeugung leisten und daher die verfügbare Strommenge deutlichen Schwankungen unterworfen ist.
In Kombination mit einem dynamischen Stromtarif eröffnen die Smart Meter den Verbrauchern außerdem Einsparpotentiale. Wer noch nicht zum Einbau eines Smart Meters verpflichtet ist und bereits einen dynamischen Stromtarif nutzen möchte, kann sich daher auch schon heute ein Smart Meter einbauen lassen. Allerdings müssen solche Haushalte den Einbau selbst bezahlen, was um die 100 Euro kosten kann. Andersherum ist bei allen vom Pflichteinbau betroffenen Haushalten natürlich nicht gesagt, dass diese die Möglichkeiten der neuen, smarten Messeinrichtung auch wirklich nutzen.
Dieser redaktionelle Beitrag wurde von Haus & Grund Rheinland Ruhr verfasst.
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